Archiv der Kategorie: %s Marktbeiträge

VonPeter Egan

Weiter Stillstand in der Hamburger Straße

Vor 5 Monaten stellten Grüne und WAB den Antrag, den Ahrensburger Bürgerentscheid aufzuheben. Wir folgten damit den Fachgutachten, dass unsere Innenstadt zum Überleben eine erhebliche Erhöhung der Aufenthaltsqualität braucht, insbesondere für Fußgänger und Radfahrer. Dies kann nur erreicht werden, indem die Anzahl der Parkplätze entlang der zum Rondeel führenden Straßen, dem Dreizack, erheblich reduziert wird. Mit der vor über 5 Jahren beschlossenen Sanierung der Hamburger Straße sollte ein Anfang gemacht werden, zumal die Sanierung mit 60% vom Land gefördert werden sollte. Seit dem Bürgerentscheid von 2022 liegen die Pläne auf Eis, weil der erforderliche Ersatz von 34 wegfallenden Parkplätzen nicht möglich ist, denn alle dafür geeigneten Flächen sind bereits Parkplätze.

Natürlich wussten wir, dass es erheblichen Widerstand geben würde. Aber die Alternative zu der Aufhebung des Bürgerentscheids ist Stillstand und fortschreitender Verfall unserer innerstädtischen öffentlichen Flächen. Leider haben wir für unseren Antrag keine Mehrheit gefunden. SPD/ FDP und CDU entwickelten einen Gegenantrag, der den Status Quo zementiert, indem er zwar formal eine Teilaufhebung des Bürgerentscheids ermöglicht, diese aber an unerfüllbare Bedingungen knüpft, wie den Neubau von 150 Parkplätzen in der Innenstadt.

Obwohl die Verwaltung kurz vor der Abstimmung eindringlich kommentierte, dass nur die Aufhebung des Bürgerentscheids uns handlungsfähig macht, wissen SPD/FDP und CDU es besser. Von älteren Anträgen wissen wir, dass SPD/FDP ein Parkhaus auf dem Stormarnplatz mit bis zu 300 Parkplätzen erzwingen wollen. Dazu müssten Bebauungspläne neu erstellt und Sportplätze verlegt werden, es würde Jahre dauern und die Stadt Millionen kosten. Und dies alles wollen sie betreiben für 34 wegfallende Parkplätze in der Hamburger Straße! Als Bürger und Kommunalpolitiker der WAB werden wir genau darauf achten, was in den nächsten Jahren passiert oder eben nicht passiert. In 2028 werden die Wählerinnen und Wähler Ahrensburgs bei der Kommunalwahl ihr Urteil an den Wahlurnen fällen.

VonWulf Köpke

Nebelkerzen im Tunneltal

Alle Parteien in der Ahrensburger Stadtverordnetenversammlung haben gemeinsam eine Einwohnerversammlung zum Thema S4 und zur geplanten Gütertrasse gefordert. Das ist gut und wichtig. Bis 2002 hat es schon einmal eine S4 nach Ahrensburg gegeben. Es scheint wenig dagegen zu sprechen, dass es wieder eine gibt. Wirklich bedenklich ist: Die Themen, welche die Bürgerinnen und Bürger Ahrensburgs im Zusammenhang mit der Bahnstrecke derzeit am heftigsten beunruhigen, sind die Zerstörung von ca. 250.000 m² Naturschutzgebiet im Tunneltal und die geplanten 6 m hohen Schallschutzwände beiderseits der Bahnlinie. In der Öffentlichkeit fast unbekannt ist jedoch, dass diese Maßnahmen allein durch den massiven Ausbau der Gütertrasse verursacht werden. Hier wirft die Deutsche Bahn aus meiner Sicht geschickt mit Nebelkerzen. Der Ausbau ist längst gerichtsfest beschlossen und damit sind es auch die überdimensionalen Lärmschutzwände und die Zerstörung von Teilen des Naturschutzgebietes Tunneltal. Für eine S4 sind sie nicht nötig. Eine DB-Nebelkerze verbirgt auch erfolgreich, dass durch die neue Gütertrasse die Verbindung vom FFH-Biotop Tunneltal zum Neuen Teich und zum Bredenbeker Teich und in den Duvenstedter Brook gekappt wird. Das FFH-Biotop Tunneltal wird so weitgehend seiner Funktion beraubt. Die Maßnahme bedeutet z.B. das Aus für unsere „Wasserdrachen“, wie die dort geschützten Kammmolche liebevoll genannt werden. Die Weltnaturschutzkonferenz (Montreal, Dezember 2022) fordert, alles zu tun, um die biologische Vielfalt zu erhalten. Für die Bahn bedeutet das, Teile ihres Trassenprojektes unter Berücksichtigung dieser neuen globalen Maßgaben neu zu denken. Lassen Sie uns also gemeinsam für eine Verlegung der Gütertrasse auf die Strecken Lübeck – Lauenburg bzw. Bad Kleinen kämpfen – nicht gegen die S4!

Regen wir uns nicht nur über die Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes auf – unser „Regenwald“, unsere schützenswerten Tiere sind hier. In Ahrensburg. In unserem Tunneltal. Lassen Sie uns gemeinsam für die Erhaltung der Artenvielfalt in Ahrensburgs Naturschutzgebieten, Parks und Gärten kämpfen! Artenschutz ist Klimaschutz!