Vor 5 Monaten stellten Grüne und WAB den Antrag, den Ahrensburger Bürgerentscheid aufzuheben. Wir folgten damit den Fachgutachten, dass unsere Innenstadt zum Überleben eine erhebliche Erhöhung der Aufenthaltsqualität braucht, insbesondere für Fußgänger und Radfahrer. Dies kann nur erreicht werden, indem die Anzahl der Parkplätze entlang der zum Rondeel führenden Straßen, dem Dreizack, erheblich reduziert wird. Mit der vor über 5 Jahren beschlossenen Sanierung der Hamburger Straße sollte ein Anfang gemacht werden, zumal die Sanierung mit 60% vom Land gefördert werden sollte. Seit dem Bürgerentscheid von 2022 liegen die Pläne auf Eis, weil der erforderliche Ersatz von 34 wegfallenden Parkplätzen nicht möglich ist, denn alle dafür geeigneten Flächen sind bereits Parkplätze.
Natürlich wussten wir, dass es erheblichen Widerstand geben würde. Aber die Alternative zu der Aufhebung des Bürgerentscheids ist Stillstand und fortschreitender Verfall unserer innerstädtischen öffentlichen Flächen. Leider haben wir für unseren Antrag keine Mehrheit gefunden. SPD/ FDP und CDU entwickelten einen Gegenantrag, der den Status Quo zementiert, indem er zwar formal eine Teilaufhebung des Bürgerentscheids ermöglicht, diese aber an unerfüllbare Bedingungen knüpft, wie den Neubau von 150 Parkplätzen in der Innenstadt.
Obwohl die Verwaltung kurz vor der Abstimmung eindringlich kommentierte, dass nur die Aufhebung des Bürgerentscheids uns handlungsfähig macht, wissen SPD/FDP und CDU es besser. Von älteren Anträgen wissen wir, dass SPD/FDP ein Parkhaus auf dem Stormarnplatz mit bis zu 300 Parkplätzen erzwingen wollen. Dazu müssten Bebauungspläne neu erstellt und Sportplätze verlegt werden, es würde Jahre dauern und die Stadt Millionen kosten. Und dies alles wollen sie betreiben für 34 wegfallende Parkplätze in der Hamburger Straße! Als Bürger und Kommunalpolitiker der WAB werden wir genau darauf achten, was in den nächsten Jahren passiert oder eben nicht passiert. In 2028 werden die Wählerinnen und Wähler Ahrensburgs bei der Kommunalwahl ihr Urteil an den Wahlurnen fällen.
Unsere Innenstadt für den Menschen umgestalten
Die Struktur der Ahrensburger Innenstadt ist dominiert von dem Ziel, möglichst viele Parkplätze mitten in der Stadt zu bieten. Die Folgen sind öffentliche Räume und Plätze mit wenig Aufenthaltsqualität durch Enge, Unübersichtlichkeit und permanenten Parkplatzsuchverkehr. Glücklicherweise gibt es in unserer Innenstadt trotz vieler Bausünden noch Strukturen mit Charme. Ab 2020 wollen wir beginnen, den Dreizack mit Hamburger Straße, Hagener Allee und Manhagener Allee derart umzubauen, dass dort wieder attraktives öffentliches Leben möglich wird.
Innenstädte hatten früher vor allem eine Grundversorgungsfunktion. Dies leisten heute die Supermärkte, Discounter und Fachmärkte am Rande der Stadt mit riesigen Parkplätzen vor der Tür. Diese Orte sind nützlich, aber niemand würde dort bummeln wollen. Eine moderne Innenstadt hingegen bietet den Bürgern ein Ambiente mit hoher Aufenthaltsqualität und vielen sozialen Angeboten, so dass sie dort gerne verweilen und bummeln. Dies ist das richtige Umfeld für Einzelhändler, Dienstleister und Gastronomen, die mit kompetenter Beratung und sehr gutem Service punkten wollen.
Für die Schaffung dieser dem Menschen gerechten Atmosphäre braucht es aus Sicht der WAB auch den Rückbau von Parkplätzen. Aber es braucht mehr als das: stimmige Pflasterung, Beleuchtung, Querverbindungen, Bänke und Orte zum Verweilen. Und es braucht mehr soziale Angebote wie Straßenkunst, Musik, Kleintheater, die die Bürger zum Kommen und Verweilen animieren. Wir wollen diesen Umbau gestalten, von dem auch Handel und Gastronomie, wie schon beim Umbau von Rondeel und Große Straße, profitieren werden.
Ganz besonders gefragt sind jedoch Sie, die Bürger, Konsumenten und Nutznießer des Umbaus. Diskutieren Sie mit uns, wie Sie sich die Zukunft der Ahrensburger Innenstadt vorstellen. Wir freuen uns auf gute Ideen. Nächste Woche lädt die WAB ein zu einer Informations- und Diskussionsrunde über die Umgestaltung unserer Innenstadt. Wir treffen uns am 29.10. um 19:00 im Peter-Rantzau-Haus im OG/Raum 2. Gerne können Sie uns auch Ihre Vorschläge schicken an
Peter Egan, WAB-Fraktionsvorsitzender
Das Verhältnis der Deutschen zum Klimaschutz ist, gelinde gesagt, inkonsequent. Bei den letzten Wahlen haben die Grünen sehr gut abgeschnitten, der Klimaschutz wird von den Bürgern als gesamtgesellschaftliche Priorität benannt. Andererseits laufen unsere Braunkohlekraftwerke bis 2038, florieren Fernreisen und Kreuzfahrten, die enorm viel CO2 freisetzen. Die schon totgesagte Getränkedose boomt und ein Leben ohne Coffe to go im Plastikbecher scheint vielen Bürgern möglich, aber sinnlos. Und auf lokaler Ebene kann man eh nichts bewegen, oder?
Mitnichten, auf kommunaler Ebene können und müssen wir viel bewegen. Der einzelne Bürger mag zwischen öffentlichem Anspruch und privaten Zwängen stecken, aber die Gemeinden sollten den Klimaschutz zu einer Maxime ihres Handelns machen. Klimaschutz und Artenschutz sind Teil der kommunalen Daseinsvorsorge.
Ahrensburg hat ein Klimaschutzkonzept, das eine Vielzahl von Vorschlägen zum Klimaschutz enthält. Wir haben einen Energiemanager und eine Klimaschutzmanagerin eingestellt, die Klimaschutzprogramme vorantreiben sollen. Unsere Straßenbeleuchtung wird Zug um Zug auf LED umgestellt. Unsere Schulen werden modernisiert, das Rathaus saniert, im Badlantic wurde ein Blockheizkraftwerk installiert, unser Klärwerk ist energieautark, die Stadtwerke haben E-Ladestationen gebaut. Aber bisher geht alles zu langsam und zögerlich, wir brauchen mehr Tempo.
Die Sanierung öffentlicher Gebäude muss hohen energetischen Ansprüchen entsprechen, auch wenn dies zu Mehrkosten führt. Wo immer es geht sollten wir den Einsatz von Photovoltaik unterstützen. Die WAB will den Ausbau von ÖPNV und Radverkehr viel entschiedener vorantreiben und mehr Mittel dafür bereitstellen. Ein in Ahrensburg besonders schwieriges Thema ist die Reduzierung des innerstädtischen PKW-Verkehrs. Die WAB plädiert für städtisch subventionierte Shuttle-Services aus den Vororten in die Innenstadt als Alternative zum eigenen Auto. Dies würde uns auch helfen, die Dominanz des PKW-Verkehrs in der Innenstadt zu vermindern. Haben Sie konkrete Ideen zum lokalen Klimaschutz in Ahrensburg? Dann schicken Sie uns gern eine Mail an oder besuchen Sie uns in einer Fraktionssitzung.